Lehre

Lehrveranstaltungen Klinische Pharmazie

Die Klinische Pharmazie ist für folgende Lehrveranstaltungen im Rahmen der Studiengänge Pharmazie (Staatsexamen) und Pharmazie (Diplom; Dipl.-Pharm.) verantwortlich:

  • Seminar Klinische Pharmazie (einschließlich Patientenfall-basierte Übungen)
  • Vorlesung und Praktikum Pharmakotherapie I und II
  • Vorlesung und Praktikum Krankheitslehre I und II
  • Vorlesung Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie
  • Wahlpflichtfach Klinische Pharmazie (Forschungspraktikum auf Station)
  • Seminar Aktuelle Fragestellungen der Klinischen Pharmazie (nur Studiengang Dipl.-Pharm.)

Übungsapotheke

In der Übungsapotheke, das integriert als Praktikum in die Veranstaltung Krankheitslehre angeboten wird, stehen im 5. und 6. Semester Pharmazie zunächst Inhalte zur Selbstmedikation im Fokus. Dabei werden im Sinne eine flipped Classroom zunächst Grundlagen zu Themen der Selbstmedikation sowie Beratungs-, Kommunikations- und Feedback-Skills vermittelt, die die Studierenden sowohl fachlich als auch sozial auf das Berufsfeld der öffentlichen Apotheke vorbereiten sollen. Anschließend erhalten die Studierenden die Möglichkeit, selbst in Rollenspielen mit simulierten Patienten Beratungssituationen aktiv zu üben. Dabei dürfen die Studierenden ausdrücklich auch Fehler machen, um aus diesen zu lernen. Zielsetzung ist es, die naturwissenschaftlichen Inhalte für den Patienten verständlich zu übersetzen und in einem individuellen Beratungsgespräch nach einschlägigen Leitlinienstandards praktisch einzusetzen. Nachdem im 5. und 6. Semester die drei Hauptsäulen "Fragen, Entscheiden und Informieren" rund um die Selbstmedikation im Vordergrund stehen, wird im 7. und 8. Semester der Aspekt der Kommunikation zum Rezept mit dem Patienten geübt. Arzneimittelinteraktionen sollen dabei beispielsweise erkannt und geeignete Lösungsansätze zum klinischen Management erarbeitet werden. Dabei spielt selbstverständlich auch die Kommunikation mit dem Arzt eine wichtige Rolle.

Medikationsmanagement

Im Praktikum Medikationsmanagement, das im 8. Semester als Kooperationsprojekt mit der Pharmazeutisch-Medizinischen Chemie stattfindet, steht das strukturierte, systematische und dokumentierte Medikationsmanagement im Vordergrund. Dabei werden Elemente, wie sie in ARMIN (Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen) in den Sächsischen Apotheken bereits in der Praxis gelebt werden, im Studium vermittelt. Dies hilft den Studierenden, die komplexen Aufgaben eines Medikationsmanagements später im beruflichen Alltag besser und routinierter bewältigen zu können. Entscheidend ist dabei, dass die Studierenden längerfristig über die Dauer eines Praktikums komplexe, realitiätsnahe Fallvignetten im Hinblick der Identifikation und Lösung arzneimittelbezogener Probleme bearbeiten. In enger Abstimmung mit den Assistent*innen werden die Lösungsstrategien recherchiert, schriftlich dokumentiert und mündlich im Gespräch (zum Beispiel im simulierten Patienten- oder Arztgespräch) besprochen. Wichtig ist dabei, dass fiktive, aber realitätsnahe Patienten - wie in der Berufspraxis - über eine gewisse Zeit betreut und dabei Veränderungen der klinischen Situation und aktuelle Laborwerte berücksichtigt werden müssen.

Rahmenbedingungen

Das Gesamtcurriculum Klinische Pharmazie wird von einem für das Fach Klinische Pharmazie berufenen Hochschullehrer (Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Fachapotheker für Arzneimittelinformation) mit Lehrbefugnis (Venia legendi) für die Fächer Klinische Pharmakologie, Pharmakoepidemiologie und Klinische Pharmazie gestaltet.
Die Lehre im Fach Klinische Pharmazie ist integraler Bestandteil am Institut für Pharmazie. Dies ermöglicht eine enge Abstimmung mit inhaltlich angrenzenden Lehrveranstaltungen anderer pharmazeutischer Disziplinen wie der Pharmakologie, Biopharmazie (Pharmazeutische Technologie), Klinischen Chemie oder der klinischen Anwendung molekularbiologisch hergestellter Therapien (Pharmazeutische Biologie).
In die Lehre der Klinischen Pharmazie sind außerdem klinisch und wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte sowie klinisch-pharmazeutisch erfahrene Apothekerinnen und Apotheker aus der Praxis (Teacher practitioner) eingebunden. Auf diese Weise wird eine wissenschaftlich fundierte und interdisziplinär ausgerichtete Vermittlung der patientennahen Lehrinhalte sichergestellt.

Grundlagen für die Lehrkonzeption

Bei der Konzeption wurden die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) und die Konsensusempfehlungen der Fachgruppe Klinische Pharmazie der DPhG berücksichtigt. Außerdem wurde das Curriculum durch den langjährigen internationalen Erfahrungsaustausch mit in der Klinischen Pharmazie Lehrenden und Forschenden und den Bolognaprozess geprägt. Die Veranstaltungen der Klinischen Pharmazie sind dadurch mit anderen Studiengängen im In- und Ausland optimal vernetzbar.

Besonderheiten

Die überschaubare Anzahl an Pharmaziestudierenden erlaubt ein effektives und individuelles Lehren und Lernen insbesondere beim fallbasierten Arbeiten. Besondere Lehrveranstaltungen werden gemeinsam mit Krankenhausapothekern und öffentlichen Forschungs- und Lehrapotheken angeboten. In Kommunikationsseminaren wird unter möglichst authentischen Bedingungen die Umsetzung wissenschaftlich-fundierter Inhalte in Gesprächssituationen des Pharmazeuten mit Medizinern oder Patienten geübt. Dabei werden kommunikationswissenschaftliche Aspekte ebenso berücksichtigt wie die naturwissenschaftliche Perspektive des Apothekers. In einer Übungsapotheke (Skills-Lab) sind dann erste Schritte in Beratungssituationen unter realitätsnahen Bedingungen (z.B. unter Nutzung von Apothekensoftware) möglich – ohne aber bereits echte Patienten/Kunden involvieren zu müssen.
Stationsvisiten und spezielle pharmazeutische Lehrvisiten in enger Zusammenarbeit mit Klinikärzten und -apothekern ermöglichen es den Pharmaziestudierenden, die Krankenversorgung auf Station eines Krankenhauses kennen zu lernen. Daneben werden beispielsweise in Seminaren zur Arzneimittelinformation und der Pharmakoepidemiologie die Aspekte der Klinischen Forschung und der Medizinisch-wissenschaftlichen Abteilungen in Pharmazeutischen Unternehmen und Behörden vermittelt.
Freiwillige Praktika während des Studiums bieten die Möglichkeit für besonders interessierte Studierende, an Forschungsarbeiten der Klinischen Pharmazie mitzuwirken und erste Weichen in Richtung einer eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit in diesem Bereich zu stellen.

Weitere Lehrtätigkeiten

Außerdem wirken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinischen Pharmazie an weiteren Veranstaltungen international ausgerichteter Masterstudiengänge und Research-Programme an der Universität Leipzig mit und sind an innovativen Studiengängen (z. B. MasterOnline der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Universitätsklinikum Freiburg) beteiligt. Zudem bringen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig als Referenten in Fort- und Weiterbildungsbildungsveranstaltungen insbesondere in Kooperation mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft und der Sächsischen Landesapothekerkammer ein.

letzte Änderung: 01.12.2020